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FIfF-Kon2021: Digitale Selbstbestimmung sozialer Räume

Denn man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht. FIfF-Kon 2021 – auf der Suche nach selbstbestimmten Handlungsräumen in automatisierten Regelwerken.

Was
  • Jahrestagung
  • Konferenz
Wann 12.11.2021 00:00 bis
14.11.2021 00:00
Wo München
Termin übernehmen vCal
iCal

Die fortschreitende Durchdringung des alltäglichen Lebens mit IT-Systemen und ihren Algorithmen verwandelt den Menschen vom handelnden Subjekt zunehmend in ein behandeltes und bewertetes Objekt - und unser Zusammenleben in einen überwachten Raum als Gegenstand für Optimierung und Geschäftsmodelle. 

Scoring-Systeme wie bei der Schufa, Versicherungen, Vermittlungsplattformen und 'intelligenten' Versorgungsinfrastrukturen (Mobilität, Gesundheit, Energie) vermessen, bewerten und normieren zunehmend nicht nur unser Erscheinen im Netz, sondern auch unser Verhalten in alltäglichen Lebensräumen. 

Was bisher demokratischen Institutionen und rechtsstaatlicher Kontrolle vorbehalten war, ist seit einigen Jahren Experimentier- und Investitionsfeld für die Entwicklung konkurrenzfähiger Geschäftsmodelle: zum Beispiel Kommunikationsräume, öffentliche Räume, Infrastrukturen der Daseinsvorsorge.

'Intelligente' Versorgungsstrukturen, aber auch Vermittlungsplattformen wie Buchungssysteme, Bonusprogramme von Versicherungen oder Jobvermittlungsagenturen bedeuten nicht nur mehr Handlungsspielraum, sondern stellen automatisch faktisch und unvermittelt gesellschaftliche Ordnung und ungleich verteilte Handlungsfähigkeit her. Das kann die unterschiedliche Unterbreitung von Angeboten bis hin zu Diskriminierung oder Ausschluss bedeuten.

Als FIfF-lerInnen und gemeinsam mit unseren Gästen wollen wir einen Blick auf die Algorithmen, technischen Architekturen, Ordnungs- und Steuerungsmodelle ausgewählter Systeme werfen, um nicht nur ihr Potential, sondern auch deren Grenzen und widersprüchlichen gesellschaftlichen Effekte oder (Verteilungs-)Konflikte sichtbar und breiter verhandelbar zu machen.

Dazu gehört auch, dass wir die handelnden Akteure und ihre verschiedenen Interessen identifizieren und den legitimen Freiheitsinteressen der Betroffenen gegenüberstellen.

Dies diskutieren wir anhand aktuell umstrittener Anwendungssysteme:

•    Scoring,
•    Vermittlungsplattformen und
•    Plattformen für öffentliche Infrastrukturen wie beispielsweise Mobilität, Gesundheit und Energie.

Für den Bereich der Verarbeitung personenbezogener Daten verbietet die DSGVO, Betroffene „einer ausschließlich auf einer automatisierten Verarbeitung – einschließlich Profiling – beruhenden Entscheidung“ zu unterwerfen, „die ihr gegenüber rechtliche Wirkung entfaltet oder sie in ähnlicher Weise erheblich beeinträchtigt“. Wir wollen aber der Frage nachgehen, wie wir diesen Problembereich allgemeiner fassen können, also auch jenseits der Verarbeitung personenbezogener Daten, um damit eine breite Grundlage für die demokratische Aushandlung und selbstbestimmte Gestaltung und Verwendung der Systeme zu ermöglichen – und diese dann auch einfordern.

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