Zur Zukunftssicherung des FIfF e.V.
Bericht von der FIfF-Klausur 2007
Allmaehlich steuert das FIfF auf sein 25. Jubilaeum zu. Das ist erfreulich, heisst aber auch, dass Verein und Vorstand nicht juenger werden. Ueberlegungen zu unserem nachhaltigen Wirken sind also angesagt. Deshalb hatten wir uns ein Arbeitswochenende vom 16. bis 18.3.2007 zu diesem Zweck vorgenommen. Der folgende Bericht soll aus meiner ganz subjektiven Sicht darueber informieren, schliesslich waren wir zwoelf Personen, und jede/r nimmt solche Workshops anders wahr.
Ich war mit hoch gespannten Erwartungen zu dieser Klausur gefahren, weil mir das FIfF Sorgen macht. Waehrend die Herausforderungen staendig und bedrohlich wachsen, schrumpfen wir seit Jahren adagio. Ich wuerde uns gern unter die Fluegel pusten und bin dabei in guter Gesellschaft, also haben wir es alle zusammen versucht - die Zukunft wird zeigen mit welchem Erfolg. In jedem Fall brauchen wir tatkraeftige Hilfe, deshalb haben wir zunaechst betrachtet, was im Team die Aktiven begeistert. Und dann geguckt, was andere begeistern koennte.
Aus unserer Vorstellungsrunde habe ich mir zwei Saetze woertlich notiert: "Ich freue mich, bei dieser Klausur konkret etwas fuers FIfF tun zu koennen.", und "Die Leute, die man im FIfF kennen lernt, sind eine Bereicherung." Schoen!
Die Moderatoren hatten sich erstklassig vorbereitet - wir Teilnehmer auch. Die Beiraete hatten Ideen beigesteuert, und wir hatten Unterstuetzung von aktiven Mitgliedern. Vier Aktive und ein Beiratsmitglied waren ausser dem Vorstand anwesend. (Daran war die Systems sicher nicht ganz unschuldig.) Immerhin war sogar ein aktives Nicht-Mitglied dabei. Und wir hatten einen Vorschlag einer Muenchnerin zur Professionalisierung erhalten. Sie steuerte einen Entwurf bei, konnte aber wegen eines dicken Schnupfens nicht teilnehmen. Eine Erfahrung betaetigte sich am Rande: Es gibt viel Kompetenz unter den FIfF-Mitgliedern, beispielsweise professionelle Moderatoren, die ein freies Wochenende opfern.
Agenda
Freitagabend: Ein Interview zu den Staerken der Gruppe und der Zusammenarbeit im Vorstand unter dem Motto "Was ist bereits Gutes da?"
Das war mit Abstand der froehlichste und motivierendste Teil der Klausur. Mit einer Interview-Technik, die sich "Appreciative Interviews" (auch wertorientierte Begegnung) nennt, befragten wir einander paarweise zum "Erfolg verstehen", dazu, was uns an der FIfF-Arbeit Freude macht. Es ging um Schluesselfaktoren, Situationen, in denen wir uns im und mit dem FIfF besonders wohl gefuehlt hatten, anerkennende Rueckmeldungen zu unserer Vereinsarbeit, Erfolgsfaktoren fuer ueberwundene Schwierigkeiten, das Wie und das daraus Gelernte, erfolgversprechende Aktivitaeten, den Selbstwert und das Schaetzenswerte an denen, mit denen wir im FIfF zu tun haben. Das Ergebnis zeigt, dass uns Aktive die Menschen begeistern, die Werte, die Kommunikation und das Vermitteln von Inhalten und Themen.
Ausserdem notierten wir Beispiele fuer best practice in der FIfF-Arbeit, Ergebnisse, auf die jede/r Einzelne stolz sein kann, und die Veraenderungen und Trends, die wir in der Umgebung unseres Forums sehen. Eine wichtige Frage war die nach den Zeichen, die wir im FIfF von unserer jeweiligen Arbeitsumgebung und unseren Kooperationspartnern erwarten.
Sowohl der Prozess als auch seine Ergebnisse machten gute Laune, und wir gingen mit ermutigenden Zielen in den naechsten Tag.
Samstagmorgen: Vom Traum zum Design. Im ersten Abschnitt entwickelten wir Vorstellungen dazu, was alles sein koennte, zu einem Zukunftsmodell. In der Gruppe waehlten wir aus, was wir fuer das Wichtigste halten: Oeffentlichkeitsarbeit, mehr (und juengere?) Mitglieder, die auch Lust haben aktiv zu sein. Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit und konsequente Umsetzung von gemeinsam gefassten Beschluessen, gepaart mit einer bescheidenen Fokussierung auf kleine Schritte - denn was geplant wird, sollte auch machbar sein.
Ich hatte mir eine staerkere Professionalisierung gewuenscht, das schlug sich nieder im Ziel einer verstaerkten Vernetzung mit unseren Partnerorganisationen und einer FIfF-Funktion als Feuermelder. Ueberlegungen zu einer Assistenz- und Projekt-Stelle fielen wohl der Tatsache zum Opfer, dass niemand sonst meinen profanen Traum vom "Geld wie Heu" traeumen wollte.
Design-Phase
In der Design-Phase werkelten wir in drei Kleingruppen an der Detaillierung dessen, was sein sollte, und was wir davon umsetzen moechten und koennen. Sie dauerte relativ lang und das, obwohl wir die Mittagspause auf pure Kalorien-Zufuhr und ein extrem kurzes Durchschnaufen reduziert hatten.
Drei Themen-Schwerpunkte
Oeffentlichkeitsarbeit: Es ging darum, vorhandene Aktivitaeten nach innen oder aussen oeffentlich zu machen. Ansaetze dazu gibt es, wie unseren Mitgliederverteiler. Ausserdem sollen die inhaltlichen Schwerpunkte besser verbreitet werden, die die Schwerpunktredaktionen der FIfF-Kommunikation erarbeiten. Wir wollen die Zusammenarbeit mit befreundeten Organisationen verbessern, dazu brauchen wir ein Konzept und einen Kuemmerer. Im Heft 3/2007 der FIfF-Kommunikation will Ralf damit beginnen, Termine und Aktivitaeten der Partnerorganisationen darzustellen. Wir wuenschen uns eine regelmaessige Rubrik in der FIfF-Kommunikation, um den Grundstein fuer eine Aussendarstellung gemeinsamer Anliegen zu legen.
Vortraege von FIfF-Mitgliedern, die unsere Inhalte wiedergeben, sollen bekannter gemacht werden. Dieser Vorschlag kam auch aus dem Beirat, mit einem Unterstuetzungsangebot.
Angebote an interne und externe Interessierte: Wir wollen niederschwellige Angebote an Interessierte machen, beispielsweise in Form von Kampagnen, in denen sie ihre Anliegen umsetzen und das FIfF als Forum nutzen koennen. Mittelfristig ist eine oeffentlich zugaengliche Uebersicht ueber die Mitmachmoeglichkeiten geplant. Da kann man nur hoffen, dass es keinen Konflikt mit dem Ziel oben gibt (was geplant wird, sollte auch machbar sein).
Patenschaften: Fuer neue Mitglieder wollen wir ein Konzept von Patenschaften entwickeln. Das ist eine Moeglichkeit fuer Euch aktiv zu werden. Wenn jemand Lust hat, ein neues Mitglied zu kontaktieren und mit den Zielen und Inhalten des FIfF vertraut zu machen, nur Mut!
Umsetzung
Dieser Teil drehte sich darum, was als naechstes zu tun ist, und darum, einen Arbeitsplan mit klaren Zustaendigkeiten und Terminen zu entwickeln. Basis waren natuerlich die Ergebnisse der Design-Phase. Wir haben die Konzepte, je nach persoenlicher Neigung, mehr oder weniger fantasievoll entwickelt und visualisiert. Sehr handfest und konkret die Ergebnisse der AG Oeffentlichkeitsarbeit, spielerisch und originell die der AG Konsequente Umsetzung und konkrete Schritte, die einen Abenteuerspielplatz FIfF entwarf, mit einer Puzzle-Entwicklungsstrategie und Platz zum Toben und Lernen.
Fuer die Oeffentlichkeitsarbeit scheinen die Umsetzungsschritte bescheidener, vielleicht deshalb auch leichter erreichbar: bessere Nutzung der vorhandenen Kommunikations-Moeglichkeiten, wie der Mitglieder- und der bundesweiten Liste, ein Web-Shop mit "Devotionalien" und (spaeter) ein moderiertes Forum auf unserer Webseite, Standard-Pakete mit Material fuer Buechertische und andere oeffentliche Auftritte, bessere Ansprache von Informatik-Studierenden, beispielsweise ueber die KIF, die Beiraete, usw.
Auf dem Abenteuerspielplatz FIfF e.V. sollen Puzzle-Stuecke passend gemacht und den Aktiven das geeignete Werkzeug an die Hand gegeben werden.
Die AG Professionalisierung und Vernetzung entwickelte die Idee der Patenschaften weiter und die Zusammenarbeit mit befreundeten Organisationen. Fuer die Pilotphase der Patenschaften werden Tester/-innen gesucht, Ansprechpartner sind Rinne und Klaus, hilfsweise die Geschaeftsstelle.
Team-Building
Das blieb leider ein bisschen auf der Strecke. Ich habe das besonders bedauert, schliesslich kenne ich das Arbeiten mit wenig persoenlichem Kontakt schon seit Jahrzehnten. Dabei ist es mir nicht verborgen geblieben, dass besondere Motivation braucht, wer unter Zeitdruck, fast nur mit Mail-Kommunikation und manchmal auch inhaltlich isoliert am gemeinsamen Ziel arbeitet. Der Zeitdruck hat auch diesmal zugeschlagen, fuer mich das einzig Enttaeuschende an dieser Klausur. Sie wird uns hoffentlich trotzdem weiterbringen. Das FIfF wird gebraucht, und wer das bezweifelt, hat die Nachrichten nicht verfolgt. Und wenn wir gleich Gesinnten nicht zusammenhalten, dann sind wir leicht an die Wand zu spielen.
Dagmar Boedicker

