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Editorial FIfF-Kommunikation 3/2010

FIfF-Kommunikation 3/2010 "Gute Arbeit ... mit und trotz IT"

Arbeit – kaum ein Bereich, der durch Informationstechnik so stark beeinfl usst wird. Lange bevor das Internet auch unser Privatleben umgekrempelt hat, haben Computer und Informationstechnik die Art, wie wir arbeiten, beeinflusst: Durch geänderte – effizientere – Prozesse, neue Fertigungsverfahren, gewandelte Kommunikation. Viele FIfF-Mitglieder arbeiten in der IT-Branche – dort wurden viele Arbeitsplätze geschaffen. Anderswo sind Arbeitsplätze verschwunden – wegrationalisiert.

Wir freuen uns, dass die Technologieberatungsstelle (TBS) des DGB in Nordrhein-Westfalen dieses Heft gemeinsam mit uns gestaltet hat. In zwölf Beiträgen werden die Themen behandelt, die für „Gute Arbeit“ in der IT wichtig sind. Details zu diesen Beiträgen finden sich in einem gesonderten Schwerpunkteditorial von Klaus-Dieter Heß, der das Thema auf Seiten der TBS redaktionell betreut hat und bei dem wir uns an dieser Stelle sehr herzlich bedanken möchten.

Unternehmen verarbeiten nicht nur Kundendaten. Nicht zuletzt durch diverse Skandale geriet in jüngster Zeit die Überwachung und Ausforschung der eigenen Beschäftigten durch den oder im Auftrag des Arbeitgebers in den Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit. Gleichzeitig diskutiert die Politik neue Regelungen hinsichtlich des Arbeitnehmerdatenschutzes. Überfällig ist dies seit langem. Daher hatte das FIfF schon im letzten Jahr beschlossen, die Jahrestagung 2010 – in Kooperation mit der DVD – thematisch darauf auszurichten. Wir denken, dass wir ein attraktives Programm zusammengestellt haben – eine ausführliche Ankündigung hierzu sowie die Einladung zur Mitgliederversammlung des FIfF finden sich ab Seite 4 in diesem Heft.

Nachdem wir in der letzten Ausgabe den offenen Brief zur Vorratsdatenspeicherung an die Bundesjustizministerin dokumentiert haben, gibt es nun eine weitere vom FIfF mitgetragene Initiative des AK Vorrat. Da die letztendliche Entscheidung über die Speicherung der Daten auf europäischer Ebene getroffen wird, haben sich über 100 Organisationen aus 23 europäischen Ländern mit einem Brief an die zuständigen EU-Kommissarinnen – Viviane Reding, Cecilia Malmström und Neelie Kroes – gewandt, den wir in dieser Ausgabe abdrucken.

Twitter ist einer der Dienste, der zu den Veränderungen der Art, wie wir leben und arbeiten, beigetragen hat. Barbara Oechsler, Geschäftsführerin des FIfF, stellte aus Anlass der erstmaligen Verleihung eines Grimme Online Award an einen Twitter-Account einige Hintergründe, Zitate und Gedanken zusammen. 

Dauerthema in der FIfF-Kommunikation sind die Bürgerrechte. Neben dem Ereignis-Log, in dem Stefan Hügel wie gewohnt die vielen Merkwürdigkeiten zusammenträgt, die sich in den letzten drei Monaten ereignet haben, gibt es dieses Mail einen weiteren Beitrag, der ein paar Schlaglichter auf besonders herausragende Entscheidungen und Publikationen aus den letzten Wochen wirft.

Wikileaks zieht gerade große öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. In Reaktion auf die dort publizierten „Enthüllungen“ kommt Kritik von ganz unterschiedlichen Seiten. Wir wollen uns in diesen und in den folgenden Ausgaben dem Phänomen Wikileaks annähern und haben für dieses Heft Thomas Hoeren und Detlef Borchers um Reflexionen zum Thema gebeten. Zum Thema Whistleblowing allgemein sei an dieser Stelle auch auf den Beitrag von Marie-Theres Tinnefeld im Schwerpunkt verwiesen.

Im Heft finden sich natürlich auch wieder Berichte zu Aktivitäten des FIfF: Hingeweisen sei hier besonders auf die Veröffentlichung einer neuen Broschüre zur elektronischen Gesundheitskarte (Bestellinformationen auf Seite 9). Im letzen Heft haben wir die Konferenz SIGINT des Chaos Computer Club erwähnt, die im Mai in Köln stattgefunden hat. Wir vom FIfF waren dort sehr präsent – den Bericht dazu gibt es von Kai Nothdurft. Ferner berichtet Jens Rinne von aktuellen Entwicklungen bezüglich der für 2011 geplanten Volkszählung. Regional hat sich vor allem im Süden der Republik einiges getan. Gleich mehrere Veranstaltungen gab es in München; eine davon in Kooperation mit der Regionalgruppe Konstanz.

Der SchlussFIfF ist diesmal eine monomediale Projektion eines multimedialen Meisterwerks – wir drucken Auszüge aus einem Text des Musikkabarettisten Thomas Pigor. Die Performance „Nieder mit IT!“ in der Berliner „Bar jeder Vernunft“, vorgetragen vom Autor gemeinsam mit seinem Pianisten Benedikt Eichhorn und dem DJ Ulf, ist in voller Länge u.a. bei YouTube zu genießen. Sie sollte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung für IT-Schaffende jeglicher Art sowie für Informatikerinnen und Informatiker im Studium als Pflichtprogramm enthalten sein.

Diese FIfF-Kommunikation ist (einmal mehr) sehr umfangreich geworden. Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir eine interessante und anregende Lektüre und freuen uns über Reaktionen, Anmerkungen und Beitragsangebote.

Stefan Hügel und Ralf E. Streibl für die Redaktion