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FIfF-Kommunikation 3/2016 erschienen

Transhumanismus und Gender

Die FIfF-Kommunikation 3/2016 führt das Schwerpunktthema Transhumanismus der letzten Ausgabe aus der Genderperspektive fort. Die Beiträge beschäftigen sich damit, wie Genderfragen in trans- und posthumanistische Positionen einfließen. Dies bedeutet nicht nur, dass hier die Geschlechterfrage im Kontext der Veränderungen durch Erweiterungstechnologien behandelt wird, sondern vielmehr, dass transhumanistische Vorstellungen, Entwicklungen und Publikationen unter gender-theoretischen Gesichtspunkten analysiert und bewertet werden, so Britta Schinzel in ihrem einleitenden Beitrag Trans- und Posthumanismus – Trans- und Posthumanities. 

Dagmar Fink zeichnet in ihrem Beitrag Ein Fisch im flaschengrünen tiefen All? Oder: wie Feministi*nnen die transhumane Figur d* Cyborg kaperten und zu ,compost' verarbeiteten zunächst die Geschichte des Cyborgismus nach. In ihrem Aufsatz Menschliche und weniger menschliche Verbindungen: Posthumanismus und Gender setzt sich Waltraud Ernst mit den anthropozentrischen, androzentrischen und westlichen Biases des Humanismus auseinander. Die beiden Texte können als Einführung in die feministischen Cyborg- und Posthumanismus/Posthumanities-Theorien dienen.

Cecile K.M. Crutzen betrachtet in ihrem Beitrag Gender und Transhumanismus im Sport zunächst Verbesserungstechniken, wie Doping und technische Hilfsmittel, als mit dem Transhumanismus verbundene Phänomene, sowie deren Verflechtung mit Geschlecht, Gender und Transgender. Aus dieser Kritik heraus plädiert sie für die Ermächtigung der Sportler.innen zur Eigenverantwortung über ihren Körper, die Freigabe der Enhancement-Technologien in ihre Verfügungsgewalt, wenn sie sich aller Folgen und Risiken voll bewusst sind. Im letzten Text des Schwerpunkts, Transhumanism–Transhumanities / Posthumanism–Posthumanities oder wo soll „das“ alles hingehen? Überlegungen zu cyborgischen Diskursen, diskutiert Sigrid Schmitz die konkreten human-technologischen Hybridisierungen.

Der zweite Schwerpunkt ist der Verleihung der BigBrotherAwards 2016 gewidmet. Die Debatte um die Ausspähung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft hält an und scheint weiterhin keine ernsthaften Konsequenzen zu haben, stellt Stefan Hügel einleitend fest und gibt einen Überblick über die Preisträger.innen. 

Im Gefolge der Terroranschläge in jüngster Zeit werden staatliche Überwachungsmaßnahmen sogar weiter ausgebaut – oder es wird zumindest von populistischen Sicherheitspolitiker.innen ihr Ausbau gefordert. Der Verfassungsschutz wurde in diesem Jahr mit dem BigBrotherAward für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Außerdem drucken wir die Laudatio von Dr. Rolf Gössner. Dazu enthält die Ausgabe die Laudatio in der Kategorie Arbeitswelt zu der Software Social Dashboard von Frank Rosengart. 

Ina Wiesner kritisiert in ihrem Beitrag Das Schweigen der Soziologen, dass die deutsche Soziologie die Themen Krieg und Sicherheit derzeit zu großen Teilen meidet. Aus ihrer Sicht sollte das Unbehagen gegenüber militärischen Themen nicht zum Wegsehen und Schweigen, sondern gerade zum Hinsehen und Forschen, zum Kritisieren und Debattieren führen. Friedrich Schoch, Professor für öffentliches Recht und Richter am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, hat das Landesinformationsgesetz Baden-Württemberg genauer unter die Lupe genommen. Er ist enttäuscht: In der Sache seien etliche restriktive Ausgestaltungen zu kritisieren, zumal die Gesetzesbegründung insgesamt kaum überzeuge.

Ein kurzer Kommentar setzt sich mit dem Bericht der Bundesdatenschutzbeauftragten zu Rechtsverstößen des Bundesnachrichtendienstes und dem geplanten BND-Gesetz auseinander. Rechtsbruch darf nicht nachträglich legalisiert werden, so das Resümee.

 

 

Inhaltliche Anfragen richten Sie bitte an die Redaktion redaktion@fiff.de, ein Rezensionsexemplar senden wir Ihnen auf Anfrage an fiff@fiff.de gerne zu. Auf unserer Webseite fiff.de/fk finden Sie weitere Informationen zur aktuellen Ausgabe und zu vorangegangenen Heften.