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Jahrestagung von FIfF und DVD in Köln - FIfF-Studienpreis erstmals verliehen

Am Sonntag ist mit den Mitgliederversammlungen von FIfF und DVD die gemeinsame Jahrestagung der beiden Organisationen zu Ende gegangen. Unter dem Motto transparenz.arbeit.kontrolle haben sich ca. 100 Datenschutzexperten und Interessierte zwei Tage lang mit dem Thema Beschäftigtendatenschutz auseinandergesetzt. Auf der Tagung wurde auch erstmalig der Studienpreis des FIfF verliehen. Mit dem Preis will das FIfF herausragende Arbeiten auszeichnen, die die gesellschaftlichen Auswirkungen der Informatik zum Thema haben.

"Die Datenschutzdiskussionen der letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass nicht nur der Datenhunger staatlicher Stellen begrenzt werden muss. Auch die Begehrlichkeiten der Privatwirtschaft haben ein teilweise erschreckendes Ausmaß angenommen", erläutert Karin Schuler, Vorsitzende der DVD. Stefan Hügel, Vorsitzender des FIfF ergänzt: "Wir haben in den vergangenen Monaten Datenschutzverletzungen in einem Umfang miterlebt, den wir nicht mehr hinnehmen können. Manchen Arbeitgebern scheint kein Anlass zu gering zu sein, ihre Mitarbeiter zu überwachen und zu kontrollieren."

Die gemeinsamen Veranstalter FIfF und DVD setzen sich für ein nachhaltiges Beschäftigtendatenschutzgesetz ein, das den Umgang mit personenbezogenen Daten in verfassungsmäßige Bahnen lenkt und wachsenden allseitigen Kontrolltendenzen von Arbeitgebern/Dienstherrn und Mitarbeitern angemessene Grenzen setzt. 

Prof. Dr. iur. Marie-Theres Tinnefeld (Hochschule München und Mitglied des FIfF-Beirats) hat die Veranstaltung am Freitag mit einer kritischen Darstellung des aktuellen Regierungsentwurfs zum Beschäftigtendatenschutz eröffnet.

Ein Schlaglicht auf die Auswirkungen von Überwachung warf Prof. Dr. Marc Solga. Er hat untersucht, wie sich die damit verbundene ständige Verpflichtung zur Rechenschaft auf das Erleben und Verhalten auswirkt und ob sie geeignet ist, unerwünschtes Verhalten, wie Korruption oder Mobbing, zu unterdrücken.

Malte Arnsperger, Reporter des Stern, berichtete von den Recherchen bei der Lebensmittelkette Lidl.

Neu ist der FIfF-Studienpreis, der erstmals auf unserer Jahrestagung verliehen wurde. "Forschung zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Informationstechnik ist für eine sozialverträgliche Technikgestaltung unverzichtbar. Aber gerade dort wirken sich die Sparzwänge an den Hochschulen besonders aus", so nochmals FIfF-Vorsitzender Hügel. "Wir wollen mit unserem Studienpreis dazu beitragen, das Thema wieder auf die Agenda zu setzen." In einer Feierstunde am Samstag abend wurden die vier diesjährigen Preisträger ausgezeichnet.

Weitere Informationen: http://www.fiff.de/2010