FIfF-Kommunikation 3/2026 erschienen
Künstliche Intelligenz und Digitale Medien in der Bildung
Cover der FIfF-Kommunikation
CC BY-ND FIfF e.V.
Die sogenannte Künstliche Intelligenz durchläuft gerade eine stürmische Entwicklung – und es ist (noch) kein Ende abzusehen. Im Gegenteil – es ist wohl zu erwarten, dass sich die Entwicklung noch weiter beschleunigt. Die aktuell veröffentlichte Literatur geht bis hin zu apokalyptischen Szenarien vom Ende der Menschheit.
Solange die KI-Apokalypse noch nicht stattgefunden hat, müssen wir uns dennoch Fragen zum künftigen Umgang und zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz stellen: Wie wollen wir alsGesellschaft die Chancen von KI nutzen und ihren Risiken begegnen? Und wie bereiten wir unsere Kinder auf Szenarien vor, in denen Künstliche Intelligenz eine wesentliche Rolle spielt? Wie lässt sich Künstliche Intelligenz sinnvoll in den Schulunterricht integrieren – immer im Bewusstsein, dass ihre Nutzung durch Schüler:innen ohnehin nicht mehr aufzuhalten ist? Dies ist vielleicht auch gar nicht wünschenswert – Verbotsdebatten spiegeln meist eher die Hilflosigkeit der Verantwortlichen wider. Dennoch: Altersabhängige Verbote der Nutzung von Sozialen Medien werden gerade breit diskutiert. Zumindest muss ein geregelter Umgang gefunden werden, der Kindern und Jugendlichengerecht wird – innerhalb wie außerhalb der Schule. Dies gilt auch für die altersgerechte Nutzung der Künstlichen Intelligenz, durch die Schulbildung gefördert und nicht durch bloßes „Abschreiben“ vorgefertigter, KI-generierter Antworten gehemmt wird.
Solche Fragestellungen veranlassen die FIfF-Kommunikation, sich erneut mit dem Thema der Informatik in der Bildung auseinanderzusetzen, diesmal besonders unter dem Aspekt der Künstlichen Intelligenz. Künstliche Intelligenz und Digitale Medienin der Bildung heißt so unser Schwerpunkt, der von Bernard Robben und Margita Zallmann zusammengestellt wurde. Wirverstehen diesen Schwerpunkt als eine Fortsetzung unserer Schwerpunkte Informatik und Bildung in der FIfF-Kommunikation 3/2013 und Digitalisierung in der Bildung in der FIfFKommunikation 4/2020. Auch wenn insbesondere 2013 die Künstliche Intelligenz noch nicht annähernd den heutigen Entwicklungsstand erreicht hatte, kann man wohl auch im Rückblick von einer kontinuierlichen Weiterentwicklung von Fragen der Informatiknutzung in Schulunterricht und Bildung, und ihrenChancen und Risiken ausgehen. Im Schwerpunkteditorial werden die wesentlichen Fragestellungen des Schwerpunkts – die technologische Perspektive, die gesellschaftlich-kulturelle Perspektive und die anwendungsbezogene Perspektive – benannt und weiter in die einzelnen Beiträge eingeführt.
Mit Bestürzung und Trauer haben wir vom Tod unseres Gründungs- und zuletzt langjährigen Beiratsmitglieds, Klaus-Peter Löhr, erfahren. In einem gemeinsamen Nachruf erinnern Hans-Jörg Kreowski, Klaus-Peter Löhrs ehemalige Studentin Karin Vosseberg und sein ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter Rainer Isle an ihn und seine wissenschaftliche Arbeit. Dazu druckenwir von Klaus-Peter Löhr selbst seinen Beitrag aus der ersten Ausgabe des damaligen Rundbriefs über die Entstehung des FIfF als einen bedeutsamen Text aus unserer Frühphase.
Neben den im Schwerpunkt adressierten Fragestellungen der Bildung verursacht KI bekanntlich auch weitere Fragen, auf die Gesellschaft, Politik und Wissenschaft eine Antwort finden müssen. Eine davon ist die nach der Nachhaltigkeit von Rechenzentren angesichts des massiven Ressourcenverbrauchs, vor allem an Energie und Wasser. Wie nachhaltig kann eine Technologie sein, wenn alleine dafür eigene (fossile) Kraftwerke in Betrieb genommen werden müssen, um ihren riesigen Energiebedarf zu decken? Mit unserem Projekt Grüne Bits wollen wir Kommunen dabei unterstützen, wissenschaftliche Erkenntnisse über die ökologischen Auswirkungen von Rechenzentren in die Praxis von kommunalen Entscheidungsprozessen beim Bau von KI-Rechenzentren zu transferieren. Wir freuen uns sehr, dass wir Indra Jungblut für dieses Projekt gewinnen konnten, die in dieser Ausgabe darüber berichtet. In einer der nächsten Ausgaben soll es weitere Informationen geben.
Rainer Rehak, André Ullrich und Gergana Vladova widmen sich danach der Frage, unter welchen Rahmenbedingungen ein bestehendes Potenzial für soziale Nachhaltigkeit, Demokratisierung,Gleichheit und Teilhabe durch KI-Systeme ausgeschöpft werden kann. Sie betonen dabei die notwendige Offenheit der Systeme und bemängeln Defizite.
Mehrere politische Erklärungen, denen sich das FIfF angeschlossen hat, ergänzen die Ausgabe. Gemeinsam mit über 130 zivilgesellschaftlichen Organisationen kritisieren wir die von derBundesregierung geplanten massiven Einschränkungen des Informationsfreiheitsgesetzes. Wir teilen in einer weiteren Erklärung die Sorge über die zunehmende Militarisierung der Nutzung der Künstlichen Intelligenz und schließen uns der Rome Declaration an, die einen Zusammenhang zwischen der Nutzung Künstlicher Intelligenz und nuklearen Massenvernichtungswaffen herstellt und auf verantwortungsvolle Nutzung der KI und nukleare Abrüstung pocht.
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Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine immer größere Rolle in allen gesellschaftlichen Bereichen. Damit sind viele Chancen verbunden, aber auch große Risiken. Das FIfF setzt sich kritisch mit den Entwicklungen im KI-Bereich auseinander. Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine immer größere Rolle in allen gesellschaftlichen Bereichen. Damit sind viele Chancen verbunden, aber auch große Risiken. Das FIfF setzt sich kritisch mit den Entwicklungen im KI-Bereich auseinander.
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Oft verklären Mythen und magische Zuschreibungen einen klaren Blick auf neue Technologien, wie beispielsweise bei der Künstlichen Intelligenz (KI). Das FIfF macht reale Möglichkeiten, aber auch Grenzen technischer Entwicklungen deutlich. Oft verklären Mythen und magische Zuschreibungen einen klaren Blick auf neue Technologien, wie beispielsweise bei der Künstlichen Intelligenz (KI). Das FIfF macht reale Möglichkeiten, aber auch Grenzen technischer Entwicklungen deutlich.
